Das Lehrstück

Wer nicht mit der Zeit geht,
geht mit der Zeit.

Sie hatten alle alles. Marken, Filialen, Logistik, Kundenstamm, Vorsprung von Jahrzehnten. Und sie haben den Wandel als „Nische" abgetan. 15 Geschichten, die jeder kennt — und die im KI-Zeitalter erschreckend aktuell sind.

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Sie sind alle gefallen

Worum es geht

Diese Unternehmen sind nicht an fehlenden Mitteln gescheitert.

Sie hatten Geld. Sie hatten Marken, die seit Jahrzehnten in jedem deutschen Haushalt waren. Sie hatten Logistik, Filialen, eingespielte Teams, Kundendaten, Lieferantennetze.

Was ihnen fehlte, war eine einzige Entscheidung: das alte Geweih rechtzeitig abzulegen. Stattdessen sagten ihre Vorstände in einer kritischen Phase Sätze wie „Das Internet ist eine Spielerei" oder „Touchscreens werden sich nicht durchsetzen" oder „Streaming ist eine Nische".

Heute ist es Künstliche Intelligenz, die exakt diese Sätze provoziert. Lesen Sie diese Liste — und fragen Sie sich, ob Sie gerade einen davon selbst gesagt haben.

Sieben aus Deutschland

Die Fälle, die jeder hier kennt.

Wahrscheinlich haben Sie selbst noch dort eingekauft, geblättert oder dort gearbeitet. Genau das macht diese Fälle so eindringlich.

01 · Versandhandel · 2009

Quelle

Was sie hatten

Über 11 Millionen Kunden im Karteikasten, eigene Logistikzentren, einer der bekanntesten Markennamen Deutschlands.

Was sie übersahen

Das Internet wurde lange als „Ergänzung" zum gedruckten Katalog gesehen. Amazon hingegen baute parallel das digitale Versandhaus der Zukunft.

→ Insolvenz 2009. 50.000 Arbeitsplätze verloren.

02 · Versandhandel · 2012

Neckermann

Was sie hatten

„Neckermann macht's möglich" — ein Slogan, den drei Generationen mitsangen. Eigene Marken, eigene Reise-Sparte, riesige Versandinfrastruktur.

Was sie übersahen

Genau wie Quelle: Online wurde als zweitrangig behandelt. Otto erkannte den Wandel — Neckermann nicht.

→ Insolvenz 2012. Marke verschwunden.

03 · Warenhaus · seit 2009

Karstadt

Was sie hatten

Filialen in fast jeder größeren deutschen Innenstadt. Markenname seit 1881. Generationen von Stammkunden.

Was sie übersahen

E-Commerce wurde „später" angefasst. Stationäres Geschäft als unantastbar angesehen. Zalando und Amazon räumten parallel den Modemarkt leer.

→ Erste Insolvenz 2009. Seitdem ein Sterben in Raten.

04 · Drogerie · 2012

Schlecker

Was sie hatten

Über 14.000 Filialen — die dichteste Drogerie-Kette Europas. Quasi an jeder Straßenecke.

Was sie übersahen

dm und Rossmann investierten in modernes Filialdesign, breitere Sortimente und Digitalisierung. Schlecker hielt am Discount-Modell fest. Online: praktisch nicht existent.

→ Insolvenz 2012. 25.000 Frauen arbeitslos.

05 · Baumarkt · 2013

Praktiker

Was sie hatten

„20 % auf alles — außer Tiernahrung." Ein bundesweit bekannter Slogan, hunderte Märkte, große Belegschaft.

Was sie übersahen

Dauerrabatt-Strategie zerstörte die Marge. Online-Heimwerker-Markt (Amazon, Hornbach-Online) verschlafen. Markenversprechen verbraucht.

→ Insolvenz 2013.

06 · Warenhaus · 2008

Hertie

Was sie hatten

Eine deutsche Warenhausmarke seit 1882. Massive Innenstadtpräsenz, vor allem in mittelgroßen Städten.

Was sie übersahen

Gleicher Fehler wie Karstadt: stationäres Erbe übergewichtet, Online unterschätzt. Sortiment nicht erneuert.

→ Insolvenz 2008.

07 · Unterhaltungselektronik · 2013/2019

Loewe

Was sie hatten

Deutscher Premium-Hersteller für Fernseher. Hochwertige Wertarbeit „Made in Germany", treue Kundschaft.

Was sie übersahen

Smart-TV-Trend und Streaming-Integration wurden zu spät und halbherzig umgesetzt. Samsung und LG dominierten plötzlich auch das Premium-Segment.

→ Mehrfache Insolvenzen 2013 und 2019.

„Das war im 19. Jahrhundert undenkbar gewesen, dass eine so große Marke einfach verschwindet. Im 21. Jahrhundert dauert es manchmal nur ein einziges Quartal."
— Beobachtung aus 30 Jahren deutscher Wirtschaft

Acht aus aller Welt

Die Fälle, die in jedem MBA-Studium auftauchen.

Manche dieser Geschichten sind so bitter, dass man sie kaum glauben mag — vor allem, wenn die betroffenen Unternehmen die neue Technologie selbst erfunden haben.

08 · Fotografie · 2012

Kodak

Was sie hatten

Die mit Abstand größte Foto-Marke der Welt. Und vor allem: Kodak erfand 1975 die Digitalkamera selbst.

Was sie übersahen

Die Digitalkamera wurde aus Angst um das lukrative Filmgeschäft jahrzehntelang im Schrank verschlossen. Wettbewerber zogen vorbei.

→ Chapter 11 (Insolvenz) im Jahr 2012.

09 · Videothek · 2010

Blockbuster Video

Was sie hatten

9.000 Filialen weltweit, der unangefochtene König des Video-Verleihs in den USA und vielen Ländern.

Was sie übersahen

Im Jahr 2000 wurde Blockbuster angeboten, Netflix für 50 Mio. $ zu kaufen — sie lehnten ab. Streaming sei „eine Nische". Heute ist Netflix über 200 Mrd. $ wert.

→ Insolvenz 2010. Eine einzige Filiale lebt noch — als Touristen-Attraktion.

10 · Mobiltelefone · 2013

Nokia

Was sie hatten

Marktführer für Handys über mehr als ein Jahrzehnt. Sogar Touchscreen-Patente vor Apple.

Was sie übersahen

Das iPhone wurde 2007 als „Spielerei für Tech-Enthusiasten" abgetan. Symbian-Betriebssystem wurde verteidigt statt erneuert.

→ 2013 für einen Bruchteil ihres Höchstwerts an Microsoft verkauft.

11 · Internet · seit 2000er

Yahoo

Was sie hatten

Suchmaschinen-Pionier, größtes Webportal der frühen Internet-Ära. Bewertet mit über 100 Mrd. $.

Was sie übersahen

1998 lehnte Yahoo ab, Google für 1 Mio. $ zu kaufen. 2008 lehnte Yahoo das Microsoft-Übernahmeangebot über 44 Mrd. $ ab. Heute ist Google über 2 Billionen $ wert.

→ 2017 an Verizon verkauft — für 4,5 Mrd. $.

12 · Smartphones · seit 2010

BlackBerry

Was sie hatten

Der unangefochtene König der Geschäfts-Smartphones. Jeder Manager hatte „seinen BlackBerry".

Was sie übersahen

Festtastatur wurde als Stärke verteidigt. Touchscreen-Wandel als „Spielzeug" abgetan. App-Ökosystem zu spät gestartet.

→ Marktanteil heute praktisch null. Hardware-Geschäft eingestellt.

13 · Einzelhandel USA · 2018

Sears

Was sie hatten

Der „Amazon des 19. Jahrhunderts". Sears hatte den ersten echten Versandhandel der USA — lange vor dem Internet.

Was sie übersahen

Genau dieses DNA-Erbe wurde nicht genutzt, um den digitalen Versandhandel zu dominieren. Stattdessen hielt man am stationären Geschäft fest.

→ Chapter 11 im Jahr 2018.

14 · Social Media · 2011

MySpace

Was sie hatten

Das weltweit größte soziale Netzwerk bis 2008. Bewertet mit über 12 Mrd. $. Star-Kult, Musiker-Plattform Nr. 1.

Was sie übersahen

Facebook wurde als „Studenten-Spielerei" abgetan. Technische Modernisierung verschlafen. User-Experience verschlechterte sich Jahr für Jahr.

→ 2011 für 35 Mio. $ verkauft. 99,7 % Wertverlust.

15 · Lexika · 2008/2012

Brockhaus & Encyclopaedia Britannica

Was sie hatten

Die unanfechtbaren Autoritäten für Wissen. Über 200 Jahre Markenmacht. Standardwerk in jedem deutschen Bildungsbürger-Haushalt.

Was sie übersahen

Wikipedia wurde als „unzuverlässige Laien-Sammlung" abgetan. Das eigene Wissensarchiv wurde nicht zur Online-Plattform geöffnet.

→ Brockhaus 2008 letzte Druckausgabe. Britannica 2012 Druck eingestellt.

Das Muster

Was alle 15 Fälle gemeinsam haben.

Wenn man die Geschichten nebeneinander legt, erkennt man fünf Sätze, die in allen Vorstandsbesprechungen gefallen sein müssen. Wahrscheinlich mehrfach.

„Wir kennen unsere Kunden besser als jeder Online-Anbieter."

Quelle, Karstadt, Sears, BlackBerry — alle haben diesen Satz unter sich variiert. Alle haben damit recht gehabt und sind trotzdem untergegangen.

„Das ist eine Nische, das wird sich nicht durchsetzen."

Blockbuster über Streaming. Nokia über Touchscreens. Britannica über Wikipedia. Yahoo über Google.

„Wenn wir das machen, kannibalisieren wir unser Hauptgeschäft."

Kodak und die Digitalkamera. Die Plattenindustrie und MP3. Loewe und Smart-TV. Lieber zugesehen, wie es jemand anders macht — bis es zu spät war.

„Wir machen das im nächsten Geschäftsjahr."

Schlecker, Hertie, Praktiker — alle haben Digitalisierung immer „nächstes Jahr" angefangen. Eines davon gab es dann nicht mehr.

„Unsere Marke ist zu stark, das überlebt uns."

MySpace, Yahoo, Nokia. Marken können in zwei Jahren bedeutungslos werden — auch wenn sie zehn Jahre lang dominierten.

Was gerade jetzt passiert

Diese Sätze fallen 2026 wieder. Nur über ein neues Thema.

Wenn man die obigen Vorstandsbesprechungen durch das Wort „KI" ersetzt, bekommt man eine erschreckend aktuelle Liste. Diese Sätze werden gerade — in genau diesem Moment — in deutschen Betrieben gesagt.

Was wir bei Vor-Ort-Terminen am Niederrhein hören:

  • „KI? Das ist doch nichts für unsere Branche." — sagen die, deren Mitbewerber gerade ChatGPT für Angebote und Reklame einsetzen.
  • „Wir setzen weiter auf Google-SEO, das funktioniert seit Jahren." — während Google AI Overviews und ChatGPT-Suche bereits 30–60 % des klassischen Klick-Traffics absaugen.
  • „Unsere Webseite ist sieben Jahre alt, aber sie reicht." — KI-Suchmaschinen extrahieren Schema.org-Markup für Antworten. Wer das nicht hat, taucht in den neuen Treffern gar nicht erst auf.
  • „Schulung nach EU AI Act? Das gilt nur für die Großen." — Falsch. Die Pflicht greift bereits beim ersten Mitarbeiter, der ChatGPT, Copilot oder Claude beruflich nutzt.
  • „Wir warten erstmal ab, wo sich das hin entwickelt." — der teuerste Satz aller fünfzehn obigen Fälle. Mit Garantie auch in zwei Jahren.
Wenn Sie sich gerade ertappt fühlen

Sie haben einen dieser Sätze schon mal selbst gesagt?
Dann schreiben Sie mir kurz.

Kein Vertrag, kein Verkaufsgespräch — nur zehn Minuten ehrliche Einschätzung, wo Sie aktuell stehen. WhatsApp ist am schnellsten, Anruf geht auch. Sie schreiben mir, was Sie beschäftigt — und ich antworte meist innerhalb einer Stunde.

Michael Hanßen persönlich · Niederrhein · Antwort meist binnen 60 Minuten

Der entscheidende Unterschied

Warum Sie nicht wie diese 15 enden müssen.

All diese Unternehmen waren zu groß, zu langsam und zu sehr an alten Erfolgen festgehalten. Genau das ist Ihr Vorteil als mittelständischer Betrieb am Niederrhein:

Sie sind kleiner. Sie sind schneller. Sie können in vier Wochen umsetzen, wofür ein Konzern vier Quartale Gremiensitzungen braucht.

Ihr „neues Geweih" zu wachsen, ist für Sie keine Vorstandsentscheidung. Es ist eine Entscheidung am Frühstückstisch. Und genau hier helfen wir Ihnen.

Auf WhatsApp schreiben Zum Hirschberg-Prinzip

Das Geweih des Hirschen ist seine Versicherung.
Erneuerung ist Ihre.

Quelle hatte alles. Kodak hatte alles. Nokia hatte alles. Was sie nicht hatten, war die Bereitschaft, das Alte rechtzeitig abzulegen.

Wir bei Hirschberg.Group helfen Ihnen dabei, dass Ihr Betrieb in zehn Jahren nicht in einer ähnlichen Liste auftaucht. Sachlich. Pragmatisch. Vor Ort am Niederrhein.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt. Im nächsten Jahr ist es vielleicht zu spät.

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